Montag, 13. Juli 2009

Persönliches Mikro-Update

Status Update (slight NSFW)

Rezepte schreiben kann ich damit jetzt aber nicht.

Montag, 22. Juni 2009

You cannot stop the clouds by the building of a ship.

Wenn attack-ads intelligent gemacht sind, habe ich auch Spaß an vergleichender Werbung. Aber diesen Spot von Grey West für BMW North America finde ich konzeptionell, visuell und textuell unterirdisch:


BMW—Logic

Konzeptionell ...
Was, genau, ist “Performance Now”? Auch mehrfaches Sehen macht mich nicht schlauer.
Visuell ...
Autos fahren durch die Stadt.
Textuell ...
Phrasen in Pseudorhetorik. Das Cordon bleu für Werber.

Im einzelnen:

Performance Now is all about logic.
[Ist das die Prämisse oder die vorgezogene Schlußfolgerung? Ich bin gespannt auf das Argument.]

That some cars cost as much as $1,500 to maintain is one thing.
[Ich sehe noch keinen Zusammenhang. Außerdem, auf welchen Zeitraum und auf welches Autoalter beziehen sich die Zahlen?]

That some cost even more is quite another.
[Moment — das eine Ding kostet viel und das anderes mehr, und das sind „zwei ganz unterschiedliche Sachen“?]

That a BMW costs you nothing to maintain defies all logic whatsoever.
[Die ist nur der dritte Teil einer Reihung (viel—mehr—nichts) und reformuliert lediglich die Prämisse (oder Schlußfolgerung). Nebenbei, “all logic”? Also nicht nur “Informal Reasoning”, sondern, nun, überhaupt alle Logik?

And in turn makes it the most logical choice of all.
[“In turn”? Das folgt aus ... was? Tatsächlich aus gar nichts, denn hier wird bloß die Prämisse (oder Schlußforderung) ein drittes Mal formuliert.]

Performance Now is the 3-series.
[Wer den Rest für sinnvoll hielt, wird das jetzt auch noch hinnehmen.]
Dieser Unsinn hat mit „Text” absolut nichts zu tun. Aber wartet, ich hab noch mehr! Denn gegen den zweieinhalbminütigen Phrasentornado “LX Forty” für Swiss International Air Lines von Publicis Zürich, Regie Marc Forster, kann der BMW-Spot noch den Hemingway-Preis gewinnen:


Swiss International Air Lines—LX Forty

Manchmal frage ich mich, wie die Brainstormings aussehen, in denen solche Kollektionen vakuöser Weisheiten entstehen. Ob es dabei wohl auch so heiter zugeht wie bei diesem und bei jenem?

Das Zitat im Titel dieses Beitrags stammt natürlich aus dem unsterblichen Dead Man von Jim Jarmusch — gesprochen von “Nobody” (Gary Farmer).

Freitag, 29. Mai 2009

Blogsöldner³

This time it’s hiding in the most terrifying place of all.



[Update: „LobbyControl veröffentlicht Kurzstudie zum Astroturfing der Deutschen Bahn“ auf dem Werbeblogger mit Link zur Kurzstudie]

Ich muß sagen, daß ich recht beeindruckt davon bin, wie die neue Bahn-Führung diese Angelegenheit untersucht, bestätigt und aus ihr Konsequenzen gezogen hat. Im Nachfolgeartikel „Bahn räumt verdeckte PR-Aktionen ein“ auf Spiegel Online heißt es:

Manipulierte Leserbriefe, fingierte Beiträge in Online-Foren [...] Die Deutsche Bahn hat verdeckte Öffentlichkeitsarbeit eingeräumt und sich von PR-Aktionen des Jahres 2007 distanziert. [...] Dabei handelte es sich nach Bahn-Angaben um “vorproduzierte Medienbeiträge, Leserbriefe, Äußerungen in Internet-Foren und Meinungsumfragen”, bei denen der Urheber beziehungsweise Auftraggeber nicht erkennbar ist. Die Bahn bestätigte, dass dafür im Jahr 2007 knapp 1,3 Millionen Euro ausgegeben worden seien.

Die Initiative LobbyControl berichtete, das Geld für diese PR-Aktionen habe die Lobbyagentur EPPA erhalten, die wiederum der Agentur Berlinpolis Aufträge für PR-Aktionen erteilt habe.
Herzallerliebst, das brauche ich eigentlich auch gar nicht mehr weiter zu kommentieren. Rumsfeld, Cheney, Bush, Mehdorn — es gibt Menschen der Macht, bei denen ich mich faktisch unausgesetzt fragte, mit welchen Mitteln sie es schafften, sich so lange dort oben zu halten. Und wo ich mich nun endlich zurücklehnen und darauf warten kann, was noch so alles ans Tageslicht kommen wird, um aus all den vielen Fällen einen großen Humpty-Dumpty-Fall zu machen. Der große Unterschied zwischen den genannten Personen, meiner Prognose nach, wird sein, daß Mehdorn nicht in Den Haag verhandelt wird.

Auch nett zu erfahren, nebenbei, daß die Deutsche Bahn nicht etwa ganz schnöde einen Marketing-Leiter oder eine Marketing-Leiterin beschäftigt. Am Ende des Spiegel-Online-Artikels heißt es:

Laut Berichten der „Stuttgarter Zeitung“ und der Nachrichtenagentur dpa muss der Generalbevollmächtigte für Marketing und Kommunikation, Ralf Klein-Bölting, seinen Posten räumen.
Excuse me, Sir, a what?

It’s a bug hunt.

Vorangegangene Einträge zum Thema Blogsöldner:
Blogsöldner
Blogsöldner bei der Arbeit
Blogsöldners: This Time It’s War

Donnerstag, 28. Mai 2009

remix09: Online trifft... Moment... Klassik!



Und aus dem klassischen Werbebereich können wir noch Verstärkung brauchen. Roland schreibt:

Letzter Stand der Anmeldungen: 114 Teilnehmer, darunter Angestellte und Agenturvertreter von u.a. Jung von Matt, Scholz & Friends, Grey, Publicis, (Tribal) DDB, Philipp & Keuntje, fischerappelt, oder elephantseven. Knapp 40 Tickets sind noch verfügbar. Wen wir noch vermissen?!

Na, zum Beispiel euch, die ihr hier regelmäßig mitlest und viel Erfahrung auch mit klassischen Etats mitbringt. [L]iebe Kolleginnen und Kollegen von kempertrautmann, Kolle Rebbe, Nordpol, Ogilvy, BBDO, Springer & Jacoby, Grabarz, Heye und Co., bereichert die remix09 mit eurer Anwesenheit, euren Meinungen und Überzeugungen. Nehmt live und aktiv an den Diskussionspanels teil, bei denen wir klassische Branchenvertreter wie Prof. Peter Wippermann, Volker Nickel, Bernd M. Michael oder Wolfgang Hünnekens wiedersehen werden.
Mehr zur remix09 an 12.–13. Juni in Hamburg und warum dies keine Veranstaltung ist, wo Onliner Klassikern Facebook oder Twitter erklären wollen, findet ihr unter der Adresse www.remixcamp.de.

Und, Sekunde, gerade lese ich ganz frisch: Es gibt ein remix09-Ticket zu gewinnen!

Freitag, 15. Mai 2009

Ikea — Storytelling vs. gespielter Witz

Gestern hatte ich im Nachhall eines Agenturtages eine interessante Diskussion zum gespielten Witz in der Werbung, einem meiner Lieblingsärgernisse. Solange mir niemand harte Zahlen vorlegt, die unmißverständlich Auskunft darüber geben, daß eine wirtschaftlich sinnvolle Anzahl von Menschen, die witzige Werbung bevorzugen, die dort angebotenen Produkte auch wirklich kaufen, halte ich es mit Claude Hopkins: “People do not buy from clowns.”

Aber die möglichen Ausnahmen sind ein spannendes Thema. Als vielleicht stärkstes Gegenargument zu meinen Thesen wurde Ikea-Werbung ins Feld geführt. Ikea, ja — eine Killer-Ausnahme zur Regel?

In seinem Eintrag zu Ikeas “Be brave, not beige!”-Kampagne schrieb Roland auf dem Werbeblogger* unter dem Titel “Schluß mit der Farblosigkeit”:

Leicht ironisch gelingt den Schweden mal wieder ein gutes Branding, verbunden mit interaktiven Farbenspielen. So kann der User verschiedene Möbel und Inneneinrichtungsgegenstände verschönern, plazieren und natürlich mit verschiedenen Farben versehen. Die in den Einleitungsclips erscheinenden Protagonisten präsentieren dabei mutig ihren farblichen „Freigeist“.


“Branding” ist das Stichwort: Unternehmens-Image und Werbung sind hier eng verbunden. Dazu sind es auch gerade die selbstironischen Untertöne, und nicht hysterische Lustigkeit, die Ikea-Werbung so sympathisch machen. Unterstützt wird dies wiederum gerade von „ernsthaften“ Kontrasten, wenn bestimmte Produkte oder Design-Serien zur Debatte stehen. Das unlängste Beispiel dazu war die Kampagne für Ikeas PS Collection mit diesem phantastischen Lead-Video ...


Ikea PS

... und sehr sehr schönen Clips mit Beiträgen der Designerinnen und Designer, mit starken Anteilen von storytelling. Wie diese beiden:


IKEA PS — Skal og Spika

Beautiful.

Auf der Flash-Page zur PS Collection sind alle Clips nach einem Intro versammelt und anklickbar.


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* Full Disclosure: Ich bin dort Redakteur (zurück)

Montag, 4. Mai 2009

next09, remix09, #ddtu, düsseldorf

next09

Morgen (also heute) fahre ich nach Hamburg, um zusammen mit Roland für den Werbeblogger über die next09 zu berichten. Einer der Keynote-Sprecher ist übrigens Andrew Keen, über den Roland hier und ich hier und hier wenig Freundliches zu berichten wußten. Ich bin gespannt, ob sein Auftritt unsere Eindrücke vertieft ...

remix09

Und auch darüber hinaus gibt es in Hamburg etliches zu tun: Vieles will (zum ersten Mal in RL) zur remix09 besprochen werden, die wir vom Werbeblogger aus zusammen mit Cem Basman, Heike Scholz, Christina von Poser, Tim Keil, Stefan Nitzsche und Tobias Otte am 12.–13. Juni in Hamburg organisieren (mehr zu den Initiatoren und Team-Mitgliedern hier).

Seit ein paar Tagen gibt es auch einen Zwischenstand des Programms der remix09, und über viel von dem, was wir uns für diese Veranstaltung vorgenommen haben und uns davon versprechen, sprachen wir mit Timo Lommatzsch im Social Media PReview Podcast Folge 27.

Und schließlich haben wir auch noch viel zu besprechen zum Thema Werbeblogger selbst und unsere spannenden Pläne für die Zukunft!

#ddtu

Hinweisen möchte ich auch auf das zweite Düsseldorfer Tweetup am 29.5.2009, auch diesmal wieder organisiert von @parasight. Meldet euch an! Jetzt! Auch eine Teilnehmerliste gibt es schon, und zwar hier.

Düsseldorf zum ersten

In diesem Zusammenhang möchte ich allen auch eine wichtige Information nicht vorenthalten, auf die meine gute Freundin @maggiedo mich aufmerksam machte: Düsseldorf ist auf Platz 6 von Business Week’s “The World’s Best Places to Live 2009”! Darauf wäre dann am 29.5. im Barco auch angemessen anzustoßen.

Düsseldorf zum zweiten

Aber wartet, das ist noch nicht alles! Düsseldorf hat noch mehr zu bieten! Hier ein Dialog zwischen @gyokusai (das bin ich) und @MarkusvonRoder (das ist Markus Roder):

@MarkusvonRoder:
Being smart is bad for getting laid: http://tr.im/k7i4 I remember doing a study on virginity-loss-age & IQ. They were positively correlated.
[Link: Huffington Post article “Why Being Smart Won't Get You Laid”]


@gyokusai (quoting from the article):
“B) Do a very thorough search all over the planet and be prepared to move to Duesseldorf” WTF LOL


@MarkusvonRoder:
@gyokusai Didn't you know that Duessldorf is the mecca of dating-OCD-ers the world over :)?
[OCD = Obsessive–compulsive disorder]


@gyokusai:
@MarkusvonRoder Hahaha, no! Obviously, I need to get out more!


Düsseldorf zum dritten

Es gibt also viele Gründe, am #ddtu teilzunehmen ... auch für Twerps & Tweople aus dem Umland! ;-)

Sonntag, 19. April 2009

Wie schwer kann das sein?



Als großer Fan von rekursiven Phänomenen bin ich gerade auch immer wieder fasziniert von Texten, die vollständig selbstbeschreibend sind.

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